Verpackung

Das Headset kommt in einer ansprechenden Runden Giftbox aus solidem Plastik daher. Die Front wird klar von dem Headset dominiert, das dem potentiellen Käufer ansprechend unter der klaren Plastikkuppel demonstriert wird. Einzig ein kleiner Aufkleber auf dem grauen Inlay mit dem Produktnamen „Sound BlasterX H7“ und den Zusatzbezeichnungen lenkt ein wenig vom Produkt ab.

Auf der Rückseite (ganz in schwarz gehalten) ist ein Aufkleber mit den üblichen Hinweisen, Produkttexten, Barcodes, etc. aufgebracht. Alle Elemente folgen dem gleichen Farbschema und sind sehr übersichtlich, teilweise jedoch sehr klein, untergebracht worden.
Der Inhalt ist wie erwartet relativ übersichtlich. Neben dem üblichen Garantieheftchen und 2 kleinen Kontaktinformationen ist noch eine Kurzanleitung in 12 Sprachen, ein Silikapäckchen, das abnehmbare Mikrofon, ein USB- und ein Klinkenkabel enthalten.

Das einzige, dass mir beim Auspacken negativ aufgefallen ist war die übermäßige Verwendung von Klebestreifen. Nahezu alles wurde an seinen vorbestimmten Platz verklebt. Das ist etwas lästig, der sehr gute Gesamteindruck bleibt dabei aber unbeeinträchtigt. Ich habe bisher wenige Verpackungen gesehen, die so gut oder besser verarbeitet gewesen sind.

Design/Verarbeitung

Wie von Creative gewohnt ist die Verarbeitung sehr solide und bietet trotzdem einen exzellenten Tragekomfort. Der Bügel besteht aus vollflächig gepolsterten Federstahl mit relativ wenig Federkraft. Dies führt zu einem deutlich geringeren Druckgefühl auf dem Kopf. Die Halterungen der Ohrmuscheln sind aus Aluminium gefertigt. Die Polsterung besteht aus einem mit Memory Foam gefüllten Lederimitat.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass jedes Kabel sehr schön gesleevet wurde. Das erhöht nicht nur die Anmutung sondern auch die Haltbarkeit der Kabel enorm. Die In-Line Fernbedienung ist aus solidem Plastik gefertigt. Insgesamt bringt das Headset durch die Auswahl leichter Materialien nur 363g auf die Waage. Ein großes Plus für den Tragekomfort.

Am Design des Headsets gibt es eigentlich nichts zu mäkeln. Dei hervorstechendsten Merkmale sind die Lasercut-Earcups mit der LED-Beleuchtung in verschiedenen Beleuchtungsmodi, die gesleeveten Kabel und das abnehmbare Mikrofon. Die Grundfarbe des Headsets ist schwarz und wird nur von zwei Elementen unterbrochen, dem Schriftzug auf dem Bügel und der LED-Beleuchtung auf den Earcups.

Handhabung/Software

Die Installation ist denkbar einfach. Kabel einstecken, das Headset als Ausgabegerät auswählen, fertig. Jedoch scheint bei der Verwendung ohne die Treiber die Ausgabequalität reichlich schwammig und wenig differenziert. Leider gestaltet sich der Download der zugehörigen Software relativ schwierig. Zunächst einmal ist auf der Verpackung und in der Anleitung nur ein kleiner Hinweis auf die Downloadmöglichkeit der BlasterX Acoustic Engine Pro vermerkt. Wenn man dann also die Seite blasterX.com/software besucht bekommt man direkt ein Registrierungsformular vorgesetzt. Bei erfolgreicher Registrierung bekommt man per Mail einen Downloadlink zu der Software geschickt. Leider ist das nur der Download für die Lite-Version. Diese unterstützt nicht alle Funktionen der PRO-Version und auch nicht das Sound BlasterX H7. Nach einiger Verwirrung und einer kurzen Internet-Recherche habe ich herausgefunden, dass es noch eine PRO-Version der Software gibt, die für die Verwendung des Sound BlasterX H7 ausgelegt ist. Dies wird erst in einem kleinen Absatz unter dem Registrierungsformular erwähnt, wodurch die Information etwas untergeht. Leider ist diese Landing-Page sehr missverständlich und sollte für eine verbesserte Usability durch eine dedizierte Page für die PRO-Version ersetzt werden. Da die Software für die Verwendung so wichtig ist muss ich hier leider einen Punkt bei der Bewertung abziehen.

Hat man dann die richtige Software installiert bekommt man die volle Funktionalität kredenzt, die dieses Headset zu so einem Multitalent werden lässt. Es gibt einige vordefinierte Klangprofile für verschiedene Spiele, Genre, Musik, Filme und vieles mehr. Ich kann nur empfehlen diese Profile auch zu nutzen. Das Klangverhalten hat sich im Gegensatz zur Verwendung mit der Lite-Version der Acoustic Engine enorm verbessert.

Tragekomfort

Das Headset ist obgleich seiner soliden Bauweise sehr leicht und hat mich auch bei sehr langen Gaming-Sessions von 4-5 Stunden nicht gestört. Durch die Verwendung von Memory Foam für die Polsterung und die geringe Federkraft des Bügels gibt es so gut wie kein Druckgefühl am Kopf. Das ohrumschließende Design hat in Verbindung mit dem verarbeiteten Kunstleder nur einen kleinen Nachteil, denn die Ohrmuscheln schließen die Ohren so gut ein, dass es bei längerer Tragezeit sehr warm an den Ohren wird und man an warmen Tagen schonmal ins Schwitzen geraten kann. Das Problem trat bei mir allerdings erst nach einigen Stunden auf, daher sehe ich von einem negativen Einfluss auf die Bewertung ab.

Gaming

Durch die Software ist es möglich einige voreingestellte Profile auszuwählen, die die Klangcharakteristik des Headsets so verändern, dass die Atmosphäre des Spiels besser transportiert wird und der Spieler sogar einen Vorteil erlangen kann. Zu diesem Zweck gibt es ein spezielles Feature in der Software, den Scout Modus, der nur schwach ausgeprägte Geräusche, die das nahen eines Gegners ankündigen, hervorhebt, sodass der Spieler schneller und gezielter darauf reagieren kann.

Ich habe dieses Feature in The Division, Battlefield 3 & 4, sowie in Call of Duty Advanced Warfare getestet und konnte bei allen eine geringfügig verbesserte Wahrnehmung der gegnerischen Schritte, Nachlade- und Feuer-Geräusche feststellen. Für mein Empfinden war der Vorteil den ich daraus gezogen habe allerdings bei Battlefield am stärksten ausgeprägt. Über den Grund kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren.

Nachdem ich dann einige Stunden dem frühlichen FPS-Geballere gefröhnt habe verlagerte ich den Fokus auf die etwas gemütlicheren Strategie- und Simulationsspiele. Für mich ist in diesem Genre besonders die Atmosphäre, die das Spiel mir vermitteln kann, sehr entscheidend und da spielt der Sound natürlich eine besondere Rolle. Hier zeigt das BlasterX H7 eine seiner wirklichen Stärken. In vielen Spielen dieses Genres findet eine hohe orchestrale Komposition der Musik Anwendung. Meine bisherigen Headsets, mal abgesehen von meinem Sennheiser HD-650, boten keine so genaue Differenzierung der Instrumente und damit eine sehr atmosphärische Umgebung. Das ganze wird natürlich noch vom exzellenten Raumklang unterstützt. Wirklich top, ich hatte schon lange nicht mehr soviel Freude an einem Klassiker wie Civilization V oder auch Endless Legend.

Teamspeak

Ich habe die Funktionalität des abnehmbaren Mikrofons ausschließlich via Teamspeak testen können und es hat seinen Job absolut hervorragend gemeistert. Ich konnte kein hervorstechendes Rauschen, kein Fiepen oder sonstige Störgeräusche hören. Meine Stimme wurde glasklar und ohne Verzögerung übertragen. Die eingebaute Unterdrückung der Umgebungsgeräusche funktioniert ganz ausgezeichnet.

Musik & Filme

Für alle Musikliebhaber unter euch: Kauft euch das Teil! Zunächst war ich etwas enttäuscht von der Klangentwicklung, da ich doch zuvor soviele positive Aspekte beim zocken der Strategiespiele hatte. Dann machte es Klick: Also Musik-Profil angeschaltet und die Equalizer Presets im Player deaktiviert. Und siehe da das Headset kann auch hier glänzen. Ich höre hauptsächlich Metal mit kleineren Exkursen in die Jazz und Blues-Szene. Klanglich konnte mich das Sound BlasterX H7 in fasts allen Belangen überzeugen. Der Gesang ist glasklar und deutlich auch in sehr unterschiedlichen Tonlagen zu hören. Der Bass kommt gut rüber und drückt die übrigen Frequenzen nicht nieder. Die Höhen und Mitten sind bei erhöhter Lautstärke leider nicht immer so klar differenzierbar wie es zunächst scheint. Die Grenzen sind hier manchmal etwas schwammig. Dies fällt aber nicht sonderlich ins Gewicht, da dies erst bei einer relativ hohen Lautstärke auftritt.

In Filmen gefällt mir besonders die klare Wiedergabe der Dialoge, da ich viele Filme und Serien im O-Ton schaue und die Stimmen nicht, wie bei den deutschen Synchronisierungen, so übersteuert werden. Dies ermöglichte mir den Gesprächen gut zu folgen.

Mobile Verwendung (Smartphone)

Die mobile Verwendung habe ich nicht sehr ausgiebig getestet. Dies liegt vor allem daran, dass ich diese Art Headsets aufgrund ihres Formats nicht als sonderlich praktikabel für den mobilen Gebrauch halte. Mal abgesehen von meiner persönlichen Meinung hierzu verrichtet es auch an mobilen Endgeräten seinen Dienst. Da beim Anschluss via Klinke nicht auf die Einstellmöglichkeiten der Acoustic Engine Software zurückgegriffen werden kann verliert es ein wenig an seiner Individualität. Wenn man sich aber ein wenig auf die Einstellungen der Smartphones oder Tablets versteht kann man hier via Software-Equalizer ein sehr ordentliches Ergebnis erzielen.

Fazit

Ich kann ich das Sound BlasterX H7 nur jedem empfehlen, der ein ausgesprochen gutes Allround Headset mit ausgezeichnetem Tragekomfort braucht. Seine Stärken liegen ganz klar im Gaming-Sektor – da wird von Creative auch gar kein Hehl draus gemacht – jedoch kann es auch in anderen Bereichen glänzen. Ein bisschen Schade ist der wirklich irreführende Umgang mit der Software BlasterX Acoustic Engine Pro, das kann man eindeutig besser machen. Am Schluss bleibt einem aber ein hervorragendes Headset zu einem angemessenen Preis.

Verpackung // 90%
Gaming // 90%
Handhabung & Software // 80%
Design & Verarbeitung // 95%
Tonqualität // 85%
Tragekomfort // 100%
  • Hersteller: Creative
  • Bauweise: geschlossen
  • Farbe: schwarz
  • Preis: 159,99€ UVP (Stand 23.09.2016)

(Bildquelle: Creative)