Ein Space-Kammerjäger befreit in schön gezeichnetem 2D mit verschiedensten Schießgewehren ein Labor von Aliens. So kurz kann man The Bug Butcher, das Debut von Awfully Nice Studios aus Österreich beschreiben. Das Spiel kam schon Anfang 2016 via Steam raus. Seit dem 19.10. kommen PS4- und Xbox One-Spieler auch in den von Aliengedärmen verschmierten Genuss dieses 2D-Actionspiels (am 20.10. folgten Android und iOs).

Was ist nur los mit den Alien-Käfern?

Ein Review zu The Bug Butcher schreibt sich durch das angenehm unaufdringliche Game Design quasi von alleine. Das Studio gibt sogar ihren großen Einfluss an: Super Putty. Wer dieses Arcade-Game noch kennt, weiß in etwa, wie The Bug Butcher funktioniert. Jedes Level ist zweidimensional, einen Bildschirm groß (es wird also nicht bis kaum gescrollt), die Gegner tauchen wellenweise auf und kündigen durch ein Icon ihren Spawn-Punkt an. Nun bewegt man die Spielfigur auf dem Boden von links nach rechts, schießt aufwärts die Aliens ab und sammelt die hinterlassenen Münzen ein. Nach dem Abschuss werden aus großen Gegnern meist zwei kleinere und daraus zwei noch winzigere Gegner. Andere Gegnertypen erschweren das Konzept zum Beispiel dadurch, dass der Laborant, der den Spieler durch die einzelnen Laborräume führt, von einem Alien mit der Zunge geschnappt und langsam eingerollt wird. Wie in Yoshi’s Island muss der Laborant quasi also aus den Fängen der Bösen befreit werden. Soweit so gut.

Nun kommen die Komponenten Zeit, Geld, Punkte und Combos hinzu. Die Areale müssen in einer bestimmten Zeit geleert werden und wenn man innerhalb von 4 Sekunden nach dem letzten Kill neue Treffer landet, hält man die Combo hoch, welche zu mehr Punkten führt. Pro Level kann man so vier „Achievements“ erlangen; drei für bestimmte Punktzahlen und eins für die Combolänge. Das feuert die Langzeitmotivation an. Verschiedene zeitlich oder munitionsbedingt begrenzte Items würzen das Geballer mit Abwechslung. Der dicke Laserstrahl, die Homing-Missiles oder Feuer- und Eismunition erscheinen zufällig auf dem Bildschirm und verschwinden auch, wenn man sie nicht schnell genug einsammelt. Zudem gibt es eine Art „Berserker-Mode“, den man nach erfolgreichem Aufladen für ein paar Sekunden aktivieren kann. Dann läuft alles kurzzeitig unverwundbar und in schnell ab.

Mit dem eingesammelten Geld kann man zwischen den Levels die Feuerkraft der festen Waffe oder der einzusammelnden Icons erhöhen oder sich Perks kaufen, damit unser Held z.B. schneller läuft.

Von links nach rechts und zurück. Und schön schießen nicht vergessen.

Altes Gameplay – Neuer Look

Das Spielprinzip ist also gänzlich simpel. Was macht so viel Spaß an The Bug Butcher? Die liebevoll animierte 2D-Comicgrafik, die an Spiele wie Alien Hominid oder Castle Crashers erinnert und der passende Sound tragen dazu sicherlich bei. Was das Spiel aber zu etwas Besonderem macht, ist das Suchtpotential. Schnell merkt man selbst auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade, dass man ohne Verbesserungen zu kaufen kaum weiterkommt. Also wählt man eins der alten Levels aus und sammelt mehr Münzen, um neue Updates und Perks zu kaufen. Zudem spornen einen die Abzeichen für die Höchstpunktzahl und die längste Combo ebenfalls an. Der Finger führt schnell zum Restartpunkt im Menü. Dass dieses Konzept im integrierten Couch-Co-Op ebenso gut funktioniert ist kein Wunder. Der Zweispieler-Modus ist wie für dieses Spiel geschaffen.

Die Eiskanone lässt Gegner an Ort und Stelle einfrieren.

Fazit: Never change a running system

Nur noch mal kurz den Controller schwingen, um ein paar Level The Bug Butcher zu spielen oder ein paar Münzen fürs nächste Update zu grinden? Diese Entscheidung ist schnell gefällt und macht auch noch Spaß. Arcade-Fans und Gamer der ersten Stunde lecken sich womöglich die Finger nach dieser Hommage an alte Pixel-Zeiten. The Bug Butcher wurde sichtlich von Liebhabern produziert, die sich ihren Vorbildern sehr sicher sind und sich von den richtigen Spielen inspirieren ließen. Das merkt man dem Spiel an und somit ist The Bug Butcher eins der ehrlichsten und spaßigsten Arcade-Games im aktuellen Download-Sektor.

Verschiedene Hindernisse erschweren und erweitern das Leveldesign.

Grafik // 90%
Sound // 85%
Gameplay // 90%
Langzeitmotivation // 85%

The Bug Butcher ist seit Anfang 2016 für PC verfügbar und kann hier via Steam oder im Playstation Store und im Microsoft Marketplace sowie via iOS und Android erworben werden.

Quellen: Awfully Nice Studios