Erst kürzlich hat Cooler Master eine neue Reihe von Gaming-Headsets, genannt MasterPulse, angekündigt. Diese besteht bisher aus zwei Over-Ear-Headsets und einem In-Ear in schwarzer oder weisser Ausführung. Das MasterPulse Maker, ein 2,4 GHz Wireless Headset, soll die Reihe noch in diesem Quartal komplettieren. Für unseren Test hat uns Cooler Master das MasterPulse Pro zugeschickt. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken. Aber nun genug der Schwafelei und rein ins audiophile Vergnügen.

Cooler Master - MasterPulse Pro

Verpackung und Lieferumfang

Das Paket, das eines Abends bei mir auf dem Schreibtisch lag war nicht unbedingt klein für ein Headset. Erstmal dachte ich noch es wäre eine Menge Füllmaterial enthalten, aber beim Öffnen wurde ich eines besseren belehrt. Das MasterPulse Pro kommt in einer großen aber dennoch ansprechenden und relativ schlicht in dunklen Tönen gehaltenen Verpackung daher. Cooler Master verzichtet bei der Umverpackung auf die Verwendung von Plastikteilen oder gar Sichtfenstern. Dadurch wirkt die gesamte Box sehr wertig und massiv. Dieser Umstand gereicht der Transportsicherheit sicherlich zum Vorteil.

Im Inneren befindet sich dann doch etwas Plastik und zwar in Form eines schwarzen Inlays welche das Headset sicher an seinem Platz hält. Das Kabel mit der Inline-Control und der sonstige Lieferumfang sind hinter dem Inlay verstaut, sodass einzig das massive MasterPulse Pro beim Öffnen der Verpackung dominiert.

Der sonstige Lieferumfang beschränkt sich auf ein kleines Booklet mit Kurzanleitungen. Eine Treiber-CD sucht man vergebens.

Verarbeitung, Design und Komfort

Obwohl das Paket relativ schwer war und das MasterPulse Pro selbst sehr massiv wirkt ist es doch mit seinen knapp 380 Gramm erstaunlich leicht. Cooler Master setzt bei dem Design auf eine schlichte aber sehr robuste Verarbeitung mit Aluminium-Bügel, Hartplastik und Kunstleder. Besonders interessant ist die Mechanik mit der die Kopfpolster auf die richtige Größe angepasst werden. Diese werden über ein Seilzugsystem auf die korrekte Länge aus- und beim Abnehmen wieder eingezogen. So erreicht man eine optimale und stufenlose Verstellung die höchsten Komfort garantieren. Die großen umschließenden Ohrmuscheln sind direkt am Aluminium-Bügel befestigt und kippen entlang der vertikalen Achse, sodass sie sich perfekt an die Form des Kopfes anpassen.

Auf den ersten Blick sieht das Headset eher wie ein Studiokopfhörer aus. Das liegt vor allem daran, dass der für Gaming-Headsets üblich Mikrofonarm fehlt. Cooler Master verbaut in dem MasterPulse Pro ein verstecktes omnidirektionales Mikrofon, welches nur an einer kleinen Bohrung an der linken Ohrmuschel zu erkennen ist. Wer befürchtet die Sprachqualität könne durch diesen gewagten Schritt leiden, dem sei schon jetzt versichert, dass es auch auf diesem Gebiet hervorragende Leistung bietet. Dazu aber später mehr.

Grundsätzlich ist das Design des Headsets sehr schlicht gehalten. Klare Formen wenig verschnörkelte Elemente und in dunklen Farben gehalten entspricht es absolut meinem persönlichen Geschmack. Auch die dezente Beleuchtung an den Ohrmuscheln mit dem Cooler Master Logo wirkt nicht störend. Besonders gut gelungen ist das in schönem dunkelrot gehaltene – es bildet einen angenehmen Kontrast zum Rest des Headsets – Flachband-Kabel mit der integrierten Inline-Control zur Steuerung der Lautstärke und einiger weiterer Funktionen auf die ich im weiteren Verlauf dieses Artikels noch näher eingehen werde. Das MasterPulse Pro hat keinen Klinkenanschluss und ist somit nicht für die Verwendung mit Smartphones oder MP3-Playern geeignet. Aufgrund der verwendeten Materialien und der soliden Verarbeitung entsteht ein sehr solider und wertiger Gesamteindruck.

Für Nutzer mit einem sehr großen Kopf könnte das Tragen des MasterPulse Pro bisweilen jedoch etwas unangenehm werden, da der Bügel relativ straff sitzt und die bis zum maximalen Punkt ausgezogenen Kopfpolster ebenfalls noch etwas zu kurz ausfallen könnten.

Installation

Die Inbetriebnahme gestaltet sich sehr einfach, da die Treiber für das MasterPulse Pro bereits im internen Speicher vorliegen. Daher ist es lediglich nötig das Headset an einen USB-Port anzuschließen und schon erkennt und installiert Windows die Treiber automatisch. Jetzt noch das Ausgabegerät im entsprechenden Menü umstellen und schon kann man loslegen.

Kommen wir aber vom langweilgen technischen Teil zu den Features, die uns das MasterPulse Pro bietet. Das wohl markanteste und in meinen Augen innovativste Feature stellt die Bass FX Technologie dar, die Cooler Master für dieses Headset entwickelt hat. Dabei ist es ein recht einfaches Prinzip, denn um das Bass FX zu aktivieren muss man lediglich die seitlichen Abdeckungen von den Ohrmuscheln entfernen. Dadurch werden die zuvor geschlossenen Kammern geöffnet und es stellt sich ein Bass-Reflex Effekt ein, der die Tiefen deutlich stärker hervortreten lassen. Die Abdeckungen sind mit vier relativ starken Magneten an den Ohrmuscheln befestigt und können so auch während des Tragens einfach angebracht, bzw. abgenommen werden.

Als netten Service bietet Cooler Master ein 3D-Objekt zur Verfügung mit dem man seine Abdeckungen komplett frei gestalten kann, sofern man einen 3D-Drucker besitzt oder nutzen kann.

Die im Vorfeld bereits erwähnte Inline-Control bietet einige nette Funktionen. Neben den fast schon obligatorischen Funktionen, wie Mikrofon stummschalten und Lautstärkenregelung, bietet das MasterPulse Pro noch vier weitere: 7.1 Modus, Equalizer Presets, LED-Beleuchtung und einen sehr praktischen Befestigunsclip auf der Rückseite.

Es sind insgesamt drei Equalizer Voreinstellungen verfügbar: Musik, Film und Gaming. Welches Preset gerade aktiv ist erkennt man an der im Schalten verbauten Status-LED, die für jedes Preset eine andere Farbe anzeigt und erlischt, wenn der Equalizer ausgeschaltet ist. Unter dem großen Schalter für das Umschalten der LED-Beleuchtung – diese kann in sieben vordefinierten Farben genutzt oder ausgeschaltet werden – befindet sich die Indikator-LED für den 7.1 Modus. Im eingeschalteten Modus leuchtet diese in einem dezenten Weiss.

Es braucht tatsächlich etwas Zeit eine passende Einstellung zu finden mit der man selbst zufrieden ist, aber wenn diese einmal gefunden ist steht dem Audiovergnügen nichts mehr im Wege.

Klangqualität und Sprachübertragung

Die Anmutung eines Studio-Kopfhörers, die das MasterPulse Pro vermittelt, die solide Bauweise und der Komfort den es bietet lässt auf ein ebenso erfüllendes Klangerlebnis hoffen. Wir haben es mit verschiedenen Multimedia-Inhalten, Games der unterschiedlichsten Genres und natürlich im Voice-Chat ausgetestet und müssen sagen es hat uns schlicht vom Hocker gehauen. Die für Headsets dieser Preisklasse üblicherweise relativ schwachen und bisweilen schwammigen Mitten konnten wir nicht heraushören. Die Bass FX Technik macht es zudem sehr einfach von einem Musik-Genre zum nächsten das gesamte Klangerlebnis zu ändern. So kann man bei basslastigen Songs einfach die Ohrmuschel-Abdeckungen wieder anbringen und erhält so einen deutlich klareren Sound ohne von den starken Tiefen dominiert zu werden.

In FPS-Games wie Battlefield 1 oder Titanfall 2 bietet die aktivierte Bass FX Funktion einen Tiefgang wie man es besser beinahe nicht schaffen kann. Zusammen mit dem Equalizer-Preset Gaming treffen klare Sounds auf brachiale Explosionen und Schüsse aus Panzern oder Titans. Wirklich beeindruckend! Der virtuelle 7.1 Modus kann zwar keine so genaue Geräuschortung bieten, wie es zum Beispiel ein natives Mehrkanal-Setup könnte, liefert aber dennoch erstaunliche Ergebnisse für ein Headset dieser Preisklasse.

Aber nicht nur in Shootern macht das MasterPulse Pro eine gute Figur. Wer es lieber etwas ruhiger angeht und eher im Simulations- oder Strategie-Genre unterwegs ist wird die klare Klangwiedergabe ebenfalls zu schätzen wissen. In Spielen mit besonders atmosphärischer Hintergrundmusik und wenigen oder unaufdringlichen Soundeffekten macht das 7.1 Headset eine nicht weniger gute Figur, sondern liefert eine noch bessere Performance ab. In Spielen wie Civilization 6 oder Endless Legend trägt ein ausgeschalteter Bass FX Modus zu noch mehr Immersion und klarerem Klang bei.

Und wer sich gerne zusammen mit Freunden ins virtuelle Gefecht stürzt kann bei der Kommunikation über Teamspeak, Skype oder den Spiel-Voice-Chats auf das hervorragende Mikro vertrauen, das Cooler Master verbaut hat. Wie bereits erwähnt war ich zunächst skeptisch, da die Entscheidung ein omnidirektionales Mikrofon zu verbauen und auf die sonst übliche Verwendung eines Mikrofonarms zu verzichten zumindest gewagt erscheint. Aber im praktischen Einsatz konnte ich keine Einschränkungen erkennen, die eben diese Entscheidung in Frage stellen würde. Die Aufnahme ist sehr klar und eventuelle Hintergrundgeräusche wurden von mir und meinen Mitspielern so gut wie nicht wahrgenommen. Die Lautstärke mit der das Mikrofon des MasterPulse Pro die Stimme aufnimmt bzw. überträgt ist auf jeden Fall ausreichend. Ein sehr geringfügiges Rauschen wird nur dann bemerkbar wenn die Übertragung verstärkt wird.

Multimedialer Genuss

Ein Gaming-Headset wie dieses sollte auch im multimedialen Bereich eine zumindest zufriedenstellende Performance bieten, oder? Bedenkt man die technischen Daten so scheint das zumindest logisch. Und mit dieser Annahme liegt man tatsächlich goldrichtig. Es ist ebenso vollkommen logisch, dass hier zwar eine ordentlich Leistung abgeliefert wird, diese aber nicht an jene echter HiFi- oder Studiokopfhörer heranreicht. Diesen Anspruch sollte man bei einem Headset dieser Kategorie allerdings auch nicht haben. Dennoch ist die Wiedergabe von Musik oder in Filmen sehr gut. hier bietet die 7.1 Funktion nur einen sehr geringen Effekt und verschafft Musik und Filmen etwas mehr Räumlichkeit.

Technische Daten

Zum Schluss sind hier noch die technischen Daten aufgelistet, die das MasterPulse Pro zu dem Headset macht, dass es ist.

Hersteller Cooler Master
Bezeichnung MasterPulse Pro SGH-8700-KK7D1
Maße 190mm x 210mm x 100mm (BxHxT)
Farbe Schwarz, Grau
Gewicht 380 Gramm inkl. Kabel und Bedieneinheit
Lautsprecher
  • 44 mm Treiber
  • 20 Hz – 20 KHz
  • 50 Ohm Impendanz
  • Sensitivität 107 dB ± 3 dB/1mW (Bass
  • FX off)
  • 118 dB ± 3 dB/1mW (Bass
  • FX on)
Mikrofon
  • Verstecktes omnidirektionales Mikrofon
  • Aufnahmefrequenz 100Hz-10KHz
  • Sensitivität -34 dB ± 3 dB
  • SNR 60 dB oder mehr
Sonstiges
  • 2 Meter USB Flachkabel
  • vergoldeter USB Stecker
  • RGB LED
  • Bedieneinheit
  • Mic Mute
  • Virtual 7.1 Klang
  • Lauter/Leiser Regelung
  • Parametrischer Equalizer
  • Unterstützte Plattformen
  • PC, Notebook und PS4

Fazit

Sucht man ein gutes Headset mit einem hohen Komfort und in stabiler Bauweise sollte man sich das MasterPulse Pro genauer anschauen. Wir waren auf jeden Fall überzeugt von der Qualität und der technischen Umsetzung. Vor allem hat uns die innovative Bass FX Technologie begeistert. Einen solchen Effekt hat man bisher immer nur über Equalizer-Einstellungen erreichen können.

Von uns gibt es auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung. Absolut top!

Verpackung // 90%
Gaming // 100%
Preis/Leistung // 100%
Design & Verarbeitung // 90%
Tonqualität // 90%
Tragekomfort // 90%

Das MasterPulse Pro ist derzeit zu einem fairen Preis von ca. 100€ im Handel erhältlich.

Bildquellen: Cooler Master  //  Produktseite: MasterPulse Pro