Ich war schon immer begeistert von Tabletops. Mich faszinierte daran die Komplexität und Möglichkeiten sich taktisch voll auszuleben. Leider war es für mich stets zu kostspielig und daher blieb es bei einigen wenigen Partien mit geliehenem Equipment auf der ein oder anderen Con. Mit Wartile kommt nun ein Tabletop-RTS auf den Markt, dass bisher seinesgleichen sucht.

Schlachten in kleinen Dioramen

Das besondere an Wartile ist definitiv die Art der Levelgestaltung. Die Gefechte werden in kleinen Dioramen ausgetragen, die zwar in der Dimension nicht unbedingt weitläufig zu nennen sind, aufgrund der teilweise sehr starken Vertikalität und damit verbundener Vor- und Nachteile im Kampf dennoch genug Raum für taktische Spielereien bieten. Die kleinen Spielwelten sind sehr liebevoll ausgearbeitet. Es wurde sogar daran gedacht diese auf polierte Holzsockel zu stellen um es möglichst authentisch wirken zu lassen.

Wartile Screenshot - Quelle: Playwood Games

Der Ansatz auch die Spielfiguren als kleine Statuetten auf Sockeln über die hexagonalen Spielfelder zu bewegen bietet einen ganz besonderen Charme, der vermutlich nicht jedermanns Sache ist. Meinen Geschmack hat Wartile damit jedoch sehr gut getroffen. Einziges Manko bietet die manchmal etwas ungenaue Platzierung der Figuren. Dies ist bedingt durch die Umgebungsgestaltung und lässt sich durch eine schnelle Neuausrichtung der Kamera schnell umgehen.

Taktik auf kleinstem Raum

Auch wenn die Spielwelten zunächst etwas klein erscheinen mögen: Viel größer dürften Sie nicht mehr sein. Auch so bietet eine Vielzahl von Geheimgängen und Räumen in denen ebenfalls erbittert gekämpft wird Raum für das Ausleben taktischer Gelüste, denn jede Spielfigur hat seine ganz eigenen Attribute. So teilt zum Beispiel der Frontkämpfer mit seiner schweren Axt enormen Schaden aus, kann sich jedoch in Ermangelung eines Schildes schlecht gegen Angriffe verteidigen. Der Speerkämpfer kann aufgrund seiner erhöhten Reichweite die Gegner aus zweiter Reihe angreifen und so weiter.

Nicht selten sind die gegnerischen Kämpfer jedoch deutlich besser positioniert und haben dadurch enorme Vorteile im Kampf. Höher gelegene Felder bieten zum Beispiel einen Verteidigungsbonus und Bogenschützen in Türmen sind schlicht ein schwierig zu überwindendes Ärgernis. Für einige Missionen haben ich mehrere Anläufe gebraucht (der Schwierigkeitsgrad ist relativ knackig), wenn man aber einmal den Bogen raushat ist fast jede Herausforderung machbar.

Nützliche Werkzeuge zum Bestehen der Kämpfe sind die besonderen Fertigkeiten, die jeder Streiter besitzt. Der Speerkämpfer kann Gegner immobilisieren, der schwere Einzelkämpfer teilt mit einem mächitgen Hieb enormen Schaden aus. Jede dieser Fähigkeiten hat eine relativ lange Abklingzeit, somit sollte man sich schon gut überlegen wann man sie einsetzt.

Doch damit nicht genug. Der Spieler kann zur Unterstützung seiner Recken verschiedenste Zauber einsetzen. Die Bandbreite reicht hier von einfachen Heilzaubern, über Fallen, die an engen Durchgängen aufgestellt werden können bis zu Angriffszaubern, die direkten Schaden unter den Feinden verursachen.

Fazit

Wartile ist ein wirklich gelungenes Spiel. Mit den möglichen optischen Anpassungen und dem soliden Gameplay wird es auch nach Vollendung ein steter Vertreter in meiner Steam-Bibliothek werden. Für Einsteiger könnte der Schwierigkeitsgrad eine Hürde darstellen um ins Spiel zu finden. Trotzdem gibt es eine klare Empfehlung von mir.

Grafik // 90%
Sound // 80%
Gameplay // 85%
Langzeitmotivation // 90%

Wartile befindet sich derzeit im Early Access auf Steam und kann hier oder direkt über den Steam erworben werden.

Quellen: Playwood Games