Sandbox-Spiele gibt es wie Sand am Meer. Und meistens lauert darin auch so manche Gefahr an jeder Ecke. In Rising World wird die Gefahr jedoch noch fast vollständig vernachlässigt und als Spieler bleibt man sich und seiner Fantasie selbst überlassen.

Rising World hat Potenzial

Doch halt! Wer nun denkt „und wo bleibt da der Spaß?“, sollte unbedingt weiterlesen. Denn Rising World ist keineswegs ein fertiges Spiel oder gar ein AAA-Titel.

Es ist ein wenig wie Kohle, die unter Druck zu einem Diamanten und schließlich, geschliffen und poliert, zu einem Brillanten werden kann. Dazu braucht es den Druck des Marktes und der Community aber auch den Schliff der Entwickler. An beidem mangelt es nicht.

„Keep it real!“

Viele Genre-Verwandte setzen auf bunte Grafiken, sowie Ecken und Kanten. Rising World auf realistische Texturen, herrlich idyllische Landschaften und natürliche Formen.

Nun ja, so ganz ohne Blöcke kommt man dann doch nicht aus. Es gibt aber für fast alle Bau-Objekte eine ganze Palette an Materialarten, Formen und Farben, die der Kreativität kaum Grenzen setzen. Ganz nach dem Motto „Groß ist nicht groß genug“ kann man bis in den Himmel bauen oder tief in die Eingeweide der Welt, bis zur Hölle, vordringen.

Was lange währt …

Als einziger fester Entwickler und Gründer von JIW-games hat Red51 nicht nur die Grafik-Engine selbst programmiert, er ist auch Communitymanger und Techsupport in einem. Und natürlich Herz und Seele dieses Spiels, was man auch an den häufigen Posts in den Foren sieht.

Da kann man schon vergeben, dass nach fast 3 Jahren Alpha-Stadium noch kein auch nur annähernd fertiges Spiel präsentiert wird.

Rising World ist aber auch so schon ein „feuchter Traum“ für jeden der gerne baut und seine Fantasiewelt mit Pixeln nachgestalten möchte.

Doch was JIW-games für die Zukunft vorsieht dürfte auch diejenigen zufrieden stellen, die auf ihre Portion Action und RPG nicht verzichten wollen. Man spricht von Banditen, Piraten, fahrenden Händlern, frei platzierbaren NPCs, selbst erstellbaren Quests, Pferden, Piraten, Fahrzeugen, Zügen, Schiffen und … habe ich schon Piraten erwähnt?

Es ist diese Vision, die Rising World zu etwas Besonderem macht und die davon abhält vorschnell ob des mangelnden Contents zu urteilen.

… wird endlich gut!

Mein Fazit: Wenn ich mich daran mache Rising World zu spielen ist es als ob ich wieder ein Kind bin und mein Piratenschiff Steinchen für Steinchen zusammensetze – nur das es in dieser virtuellen Welt nicht an dem Platz mangelt das Boot im Maßstab 1:1 nachzubauen oder auch schon mal eine ganze Gebirgskette in eine Zwergenfestung umzugestalten.

Manchmal nehme ich mir aber auch eine Pause von meinem einsamen Atombunker, in dem ich auf einem steinernen Thron sitze und darauf warte das sich die Welt von Rising World erhebt.

Auch online kann man Rising World spielen und echte Großprojekte im Team meistern. Wenn es mir zu viel wird, dann ziehe ich mich wieder in meinen Singleplayer-Bunker zurück um dem Pling-Plong des Klaviers zu lauschen. Das übertönt dann die gruselig-schöne Musik der nur wenige Blöcke entfernt liegenden natürlichen Höhle.

Noch ist es jedoch nur die Atmosphäre die mir manchmal einen wohligen Schauer über den Rücken jagt. Auch Geister oder ähnlich Übernatürliches (keine Zombies!) sollen implementiert werden. Und dann wünsche ich mir vielleicht doch wieder die Einsamkeit von Rising World v.0.8.2 zurück.